Geschichte des Ortsverbands

Geschichte der Konradsiedlung

Die soziale Frage wurde nicht erst von den Nationalsozialisten entdeckt. Die Industrialisierung im ausgehenden 19.Jahrhundert hat zwar den Zuzug aus dem Umfeld der ehemaligen Reichsstadt vervielfacht, um ausreichenden Wohnraum zu erschwinglichen Preisen kümmerte sich aber niemand. Die donaunahe Altstadt mit ihren lichtlosen Gassen war längst zum Wohnquartier der sozial schwachen Schichten geworden. In den Jahren 1932/1933 waren ständig ca. 4.000 Bürgerinnen und Bürger auf der Suche nach geeignetem Wohnraum; viele aus dem Heer der etwa 6.000 Arbeitslosen.

Leitbild des Wohnungsbaus in den späten zwanziger Jahren wurde das Eigenheim mit Garten zur teilweisen oder vollen Selbstversorgung. "Hin zur eigenen Scholle", hieß das Stichwort. Diesen Leitgedanken griffen die Nationalsozialisten begierig auf, passte er doch genau zu ihrem erzieherischen Ziel, der Hinwendung des Volksgenossen zur eigenen Scholle. So entstanden ab 1934, ausgehend vom ehemaligen Gut "Harthof", zunächst in Gemeinschaftsarbeit, zahlreiche Eigenheime und Doppelhäuser zu günstigen finanziellen Bedingungen. Verstärkt durch diese finanziellen Anreize setzte sich die Siedlungstätigkeit in Richtung Norden und Westen fort, bis sie an die Grenzen der umliegenden Stadtteile stieß. Ca. 5.000 Eigenheime entstanden bis 1940, bis die Kriegswirtschaft dem Siedlungsbau ein Ende setzte.

Nach dem Ende der Naziherrschaft erhielt die Schottenheimsiedlung einen neuen Namen. Auf Vorschlag des Pfarrkurats Karl Günther, später im Volksmund "Monsi" genannt, erhielt die Siedlung den Namen "Konradsiedlung", benannt nach dem Pfarrpatron, dem Hl. Bruder Konrad von Parzham.

Nach dem Zweiten Weltkrieg galt es zunächst, die zahlreichen Heimatvertriebenen unterzubringen, bevor in den 50er Jahren die Siedlungstätigkeit auf den noch freien Grundflächen fortgesetzt wurde.

Zwar bestimmen heute immer noch große Garten- und Erholungsflächen mit viel Grün das Bild des Stadtteils, die mittlerweile eingetretene verdichtete Bebauung ist jedoch nicht zu übersehen.

Die Stadtrandlage hat das Gemeinschaftsbewußtsein, oft geprägt durch die Siedler- und Eigenheimervereinigung, beflügelt. Zahlreiche Vereine prägen das gesellschaftliche Leben der Siedlerinnen und Siedler.

Der Verfasser dieser kurzgefassten Chronik, der verstorbene, langjährige Schriftführer und Archivar des Ortsverbands, Wolfgang Dickert,hat diese aus schriftlichen Quellen und aus eigenem Wissen zusammengerstellt, erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Der Ortsverband wäre für Richtigstellungen und Ergänzungen jederzeit dankbar.

Geschichte von Wutzlhofen

Vom Weiler zum Stadtteil


1224 Erste urkundliche Nennung "Wuzenhovens". Das Domkapitel von Regensburg lässt dort zwei Äcker in Weingärten umwandeln. Der Name leitet sich von dem Personennamen "Wutzo" ab.
1228 Das Regensburger Domkapitel ist Grundherr von zwei Urhöfen und eines Zinshofes.
1306 Als Hofbesitzer kann ein "Ruger" nachgewiesen werden.
1323 Die beiden Urhöfe entrichten Naturalabgaben und Geld, der Zinshof nur Geld an das Domkapitel in Regensburg.
1376 Die Hofer von Lobenstein besitzen die beiden Urhöfe und den Zinshof. Der untere Hof gehört zur Herrschaft Zeitlarn-Saler, Regensburger Hochstiftministeriale.
1437 Die zwischenzeitlich zu Eigentümern gewordenen Sattelbogener verkaufen Saler mit Wutzlhofen und Gailnkofen an Pfalzgraf Johann von Neumarkt-Neunburg.
im 16. Jhd Die Entwicklung vom Weiler mit nur drei Höfen zum Dorf; neue Anwesen entstehen.
1556/1557 Wutzenhoven wird zusammen mit Saler evangelisch.
1623/1628 Wutzenhoven wird zusammen mit Sallern kurbayerisch und wird von Stadtamhof aus verwaltet.
1658/1677 Blasius Götzfried wird Besitzer des oberen Hofes; vermutliche Erbauung der Kapelle.
1734 Errichtung des Wirtshauses an der heutigen Chamer Straße. Erster Eigentümer ist Leonhard Neumayr. Seit 1822 im Eigentum der Familie Götzfried.
1859 Eisenbahnstation, 1866 Telegrafenstation, von ca. 1900 bis 1965 Poststelle.
1924 Eingemeindung in die Stadt Regensburg
ab ca. 1965 Rasche Zunahme der Bebauungsdichte durch Errichtung zahlreicher Wohnbauten.
   

(Nach Herbert Wutzlhofer "Vom Weiler zum Stadtteil, Zeittafel zur Geschichte Wutzlhofens", gekürzte Darstellung von Wolfgang Dickert.)


Geschichte von Ödenthal

Leider ist die urkundliche Quellenlage zu diesem nördlichsten Ortsteil der Stadt Regensburg sehr dürftig.

Sein Name leitet sich aus dem althochdeutschen "odi" oder "ode" ab und bezeichnet eine Siedlung in einem menschenleeren, vom Hauptort abgelegenen Tal.

Ein Drittel Ödenthals gehört zur Stadtrandsgemeinde Zeitlarn, zwei Drittel zur Großstadt Regensburg. Bis in die fünfziger Jahre des 20.Jahrhunderts war Ödenthal vor allem landwirtschaftlich geprägt, während heute kleinräumige Bebauung mit Einfamilienhäusern im Vordergrund steht. Von neun Bauernhöfen, einer Gast- und Landwirtschaft, drei Privathäusern und einem Arbeiterwohnhaus des Gutes Haslbach, die 1950 den Bestand bildeten, ist heute nichts mehr zu sehen. Ca. 90 Wohnhäuser prägen heute das Ortsbild. Landwirtschaft wird vom Ort aus nicht mehr betrieben. Im Vereinsheim des bereits 1924 gegründeten Schützenvereins "Wilderer Ödenthal" wird aktiver Schiesssport ausgeübt.

(Erstellt von Wolfgang Dickert, mit Unterstützung von Herrn Max Dechant, Ödenthal, unter Verwendung von Auszügen aus der "Heimatkundlichen Sammlung Zeitlarn" und der Festschrift "75 Jahre Schützenverein Wilderer Ödenthal".)

Geschichte von Brandlberg

Der Brandlberg ist am nach Westen geneigten Osthang des Wutzlhofener Trockentales gelegen. Namensgeber für den gesamten Ortsteil war ein achtzig Tagwerk großer Bauernhof, Brandlhof genannt, dessen erster Besitzer ein Landwirt namens Berger war.

Urkundliche Nachweise liegen für die Zeit ab 1799 vor. Zu dieser Zeit werden Grundstücke des ehemaligen Schlosses Weichs veräußert. Der Bierbrauer Franz Xaver Schrödl erwirbt drei Äcker und errichtet auf ihnen mit Genehmigung des Bayer. Landgerichtes Stadtamhof 1802 eine Glashütte, die aber schon 1809 ihren Betrieb wieder einstellt. Der Betrieb befand sich vermutlich an der Stelle, wo später die Gaststätte Riederer entstand, die aber auch schon längst der Spitzhacke zum Opfer gefallen ist.

Im Jahre 1932, also noch vor Beginn der Hitlertyrannei, kamen auch in Regensburg Bestrebungen in Gange, zur Behebung der drückenden Wohnungsnot und zur Beseitigung der untragbaren Wohnverhältnisse in der Altstadt, an den Stadträndern Wohnsiedlungen zu erschwinglichen Preisen zu errichten. Die Bebauung am Brandlberg nahm ihren Anfang, als der dort ansässige Bauer Riederer eine größere Fläche am Steilhang an die Stadt Regensburg veräußerte, die daraus zwanzig Bauplätze bildete und diese zu einem sehr niedrigen Preis an Siedlungswillige verkaufte. Diese mussten zwei Bedingungen erfüllen: Der Mann musste arbeitslos sein und die Familie musste mindestens zwei Kinder haben. Unter der Anleitung von Ingenieur Hofbauer begannen im Juli 1932 zwanzig zukünftige Siedler ohne Einsatz von Maschinen mit dem Bau. Schon ein Jahr später waren die Häuser bezugsfertig, so dass Einweihung gefeiert werden konnte.

Wie in der benachbarten Konradsiedlung geht auch am Brandlberg, wenn auch langsamer, der Siedlungscharakter Schritt für Schritt verloren und wird von engräumiger Wohnbebauung, die nicht recht zum Landschaftsbild passt, abgelöst.

Das gesellschaftliche Leben am Brandlberg wird seit Jahrzehnten von dem bereit 1905 gegründeten Männer- und Burschenverein geprägt, dessen Vorsitzender derzeit Gerhard Pangerl ist. Seit einiger Zeit hat auch das Vogelzentrum des Waldvogel- und Exotenvereins Regensburg III am Fuße des Brandlbergs sein Domizil.

(Diese kurzgefasste Chronik wurde von Wolfgang Dickert unter der Mithilfe von Gerhard Pangerl aus dessen schriftlichen Aufzeichnungen, nach bestem Wissen und Gewissen ohne Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit zusammengestellt.)